Nur bis Ende November: Afghanischer Soulfood
Das erste afghanische Restaurant in Zürich heisst Afghan Anar. Das kleine, charmante Lokal bringt die Küche eines uns völlig unbekannten Landes in die Stadt – und überraschte bei unserem Besuch mit exotischen Gerichten und Safran-Tee. Wer eine kulturell-kulinarische Reise nach Afghanistan antreten möchte, der kann das noch bis Ende November 2018. Dann ist für das temporäre Restaurant bereits wieder Schluss.
Afghanistan löst Assoziationen aus. Meist keine positiven. Das spürt Akram am eigenen Leib. “Es gibt Menschen, die haben Angst vor mir, weil ich Afghane bin”, sagt der grossgewachsene, sympathische Gastronom und Macher von Afghan Anar.
“Es gibt Menschen, die haben Angst vor mir, weil ich Afghane bin.”
Jetzt will Akram mit einem temporären Restaurant den Zürchern sein Afghanistan näher bringen und Vorurteile abbauen. Dafür eignet sich der Weg über den Magen ganz besonders gut, denn bei der Liebe klappt es schliesslich ja auch.



Das kleine Restaurant mit seinen 24 Sitzplätzen befindet sich an der Bäckerstrasse zwischen Helvetiaplatz und Stauffacher. Die Bänke und Stühlen sind mit kleine Orientteppichen belegt und an der Wand hängen Bilder, die afghanische Landschaften und Menschen zeigen. Auch Bildbände über das Land mit der grossen aber tumultreichen Geschichte findet man hier.
Karte
“In der Küche habe ich als Kind meiner Mutter immer ganz genau über die Schultern geschaut”, sagt Akram. Was er von seiner Mutter damals in Afghanistan gelernt hat, das setzt er jetzt im Afghan Anar um.
Afghanistan ist kulinarisch besonders interessant, da die Küche des Landes stark von seinen Nachbarn im Westen und Osten beeinflusst wird. Da gibt es pakistanische, indische, tadschikische und iranische Einflüsse. So findet man hier beispielsweise Samosas (indische frittierte Teigtaschen), Labneh (arabische Joghurtzubereitung) und die indische Gewürzmischung Masala.
Einen gossen Auftritt haben im Afghan Anar die Mantus. Das sind mit Gemüse oder Fleisch gefüllte Teigtaschen, die an chinesische Dumplings erinnern.
Übrigens: Anar heisst auf persisch Granatapfel. Und so erstaunt es dann auch nicht, dass die rot leuchtenden Kernen der Nationalfrucht im “Afghan Anar” praktisch jedes Gericht zieren.







Preis
Vorspeisen kosten zwischen 8 (Bolani, gefülltes Fladenbrot) und 14.50 Franken (Bandjan Borani, gebratene Auberginen). Zum Teilen gibt es eine Mezze-Platte für 36 Franken.
Hauptgänge bekommt man für zwischen 19 (Shola Ghorbandi, Mungbohnen-Risotto) und 32 Franken (Maitscha Palau, geschmorte Lammhaxe auf Safranreis ähnlich dem indischen Biryani).
Safrantee mit afghanischem Safran kostet 6 Franken (Tasse) oder 10 Franken (Kanne).
Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag: 11:30 bis 14 Uhr und 18 Uhr bis 22 Uhr
Freitag: 11:30 bis 14 Uhr und 18 Uhr bis 23 Uhr
Samstag: 17 bis 23 Uhr
Harrys Tipp
Das Afghan Anar hat es uns angetan!
Da waren beispielsweise die hervorragenden Mantu Dumplings, die uns begeistert haben. Der Teig war hauchdünn und die Füllung aus Rindfleisch mit der Gewürzmischung Char Masala sorgte für ein unprätentiöses aromatisches Feuerwerk. Auch bei der vegetarischen Variante mit Lauch- und Kürbisfüllung mussten wir geschmacklich auf nichts verzichten. Die Mantus werden mit einer Linsensauce beträufelt, mit Granatapfelkernen verziert und auf dem labneh-ähnlichen Chaka-Jogurth serviert. Das hat das Geschmackserlebnis gleich noch mal potenziert.
Fantastisch geschmeckt hat auch das Bandjan Borani. Die gebratenen Auberginen mit den Cherry-Tomaten hatten ein herrlich orientalisches Aroma, welches sie durch eine spezielle afghanische Gewürzmischung bekommen haben. Mit dabei auch dieses mal wieder: Chaka-Jogurth.
Und zu guter Letzt: Wer die Spezialität namens “Shami Kabob” nicht probiert, der ist selber schuld, denn hinter dem unattraktiven, fingerähnlichen Aussehen, versteckt sich eine geballte Ladung unglaublich guten Geschmacks. Shami Kabob ist eine Art gerolltes Hacktätschli aus Rindshackfleisch, Kichererbsen, Kartoffeln, Eiern und Char Masala Gewürz. Das “Würstchen” schmeckt umwerfend gut und hat eine völlig überraschend luftige Konsistenz.
So stellen wir uns afghanischen Soulfood vor!
Adresse Afghan Anar
Afghan Anar
Bäckerstrasse 39
8004 Zürich
Tel. +41 76 515 07 23
afghananar.ch
(Fotos: Carrie Meier Ho)
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Aufgrund von eurem Bericht bin ich auf das Afghan Anar aufmerksam geworden.
Hatte das Kabuli Palau und war ausgezeichnet. Sehr grosse Portion und mit den ganzen Nüssen sehr füllend. Lamm war wunderbar zart und alles dezent gewürzt. War ein wenig überrascht da ich mir mehr “indisch” mehr Gewürz erwartet hätte aber das kann sich beim nächsten Besuch und anderem Essen auch wieder ändern.
Eine kleine Perle die es wert ist zu besuchen ….
Danke dir für den Kommentar!
Das ist keineswegs das erste afghanische Restaurant in Zürich. Das Allererste war an der Ecke Kalkbreitestrasse/Seebahnstrasse. Nur kurz da, aber immerhin. Dann gab es ein paar Jahre lang das Noshak in der Zähringerstrasse. Sehr leckeres Essen, sehr nette Eigentümer. Wurde aber Opfer irgendwelcher gesetzlichen Bestimmungen.
Danke dir für den Hinweis!
Fabulous!!!
Loved every meal, what a nice discovery, tasty, beautiful presentation and very light!!
What a nice discovery!
Please please open a restaurant very soon!!